Ausgehen auf der Partymeile Schaafenstraße & Co.
Ein erster Blick in das unscheinbare Mauritius-Viertel lässt es kaum erahnen, aber rund um die Schaafenstraße und den Mauritiuswall erstreckt sich das queere Partymekka von Köln. Mehrere schrille, aber auch gediegenere Bars öffnen ab den frühen Abendstunden ihre Türen und laden auf ein oder mehrere Kölsch ein – und das nicht nur am Wochenende. In der Szene hat sich das Party-Bermudadreieck bereits einen Ruf gemacht und lockt neben vielen Ortsansässigen auch weit Gereiste an. Sperrstunde? Gibt es hier nicht. Ganz nach dem Motto „der Letzte macht das Licht aus“, wird bis in die frühen Morgenstunden gefeiert – solange, bis auch der letzte Partytiger aus der Kneipe wackelt. Zwischen Schlager, Pop und Rock findet man auf musikalischer Ebene alles, was die Laune hebt. Aber nicht nur beim Musikgenre wird Inklusion großgeschrieben. Die Einladung richtet sich an alle, unabhängig von Geschlecht und Sexualität.
Schampanja, Mauritiuswall 43
Das Schampanja ist keine herkömmliche Kneipe, sondern eine Institution mit Charakter und Geschichte: 2025 wurde der 40. Geburtstag gefeiert, bis auf wenige Ausnahmen hatte das Schampanja seit 1985 jeden Tag geöffnet. Inhaber Frank sieht sich nicht als Wirt, sondern als Gastgeber „mit Leib und urkölscher Seele“. Und sein Konzept der Kunst-Kneipe mit Indie-Punk-Beschallung geht auf: 2013 wählte ein US-Magazin das Schampanja unter die 200 besten Schwulenbars der Welt. Auch die Pet Shop Boys, Boy George und Gitte Hænning waren hier schon zu Gast.
Ex-Corner, Schaafenstraße 57-59
Bei ausgelassener Stimmung und einem Mix aus deutschem Schlager und kölschen Hits lässt es sich im Ex-Corner richtig gut feiern. Und das sogar unter der Woche, denn die Bar im Eck hat auch an Werktagen bis in die frühen Morgenstunden geöffnet. Egal ob ausgelassen tanzen oder lieber gemütlich mit einem Getränk in der Hand das Geschehen beobachten: Im Ex-Corner geht beides.
Iron Cocktail Lounge, Schaafenstraße 45
Mehr Cocktailbar als Kneipe – aber dennoch regelmäßig Partyhotspot: Die Getränke sind teurer und die Einrichtung ist moderner. Aber die Willkommenskultur ist so wie in der Schaafenstraße üblich: Sie kommt von Herzen. Neben herkömmlichen Klassikern der Cocktailwelt werden auch moderne Interpretationen nach hauseigener Rezeptur angeboten, wie Negroni au chocolat oder Bergamotto Spritz. Gefeiert wird, wenn DJs auflegen, eine Karaoke-Party steigt oder Events wie der European Song Contest zum Public Viewing verleiten.
Exile, Schaafenstraße 61a
Eine weitere nennenswerte Gay-Institution findet sich mit dem Exile ebenfalls in der Schaafenstraße. Die angesagte Bar hostet regelmäßig das „Bitchy Bingo“, das von Drag-Queens veranstaltet wird und für jede Menge Spaß sorgt – anzügliche Witze inklusive. Durch den Abend begleiten dabei abwechselnd die charmanten Damen Pam Pengco, The only Naomy und Chrystal Math.
Die Mumu, Schaafenstraße 51

Der Name ist Programm: Während sich manche Adressen doch gezielter an Männer richten, sind hier auch Frauen gern gesehene Gäste. Die Mumu ist ein Traum in Pink, sogar der Gang aufs WC wird zum Erlebnis: Extravagante Designertoiletten und bunte Discolichter erwarten einen am nunmehr weniger stillen Örtchen. Dienstags steigt bei Kölsch und Karaoke bereits die Vorfreude aufs Wochenende. Freitag, Samstag heizen dann unterschiedliche DJs den Gästen so richtig ein.
Women only in der BOIze Bar
Nur unweit vom Mauritiusviertel in der Innenstadt liegt die hippe BOIze Bar. Mit ihr hat auch die weibliche queere Community in Köln ihren Safe Space, denn Männer haben hier keinen Zutritt. Trash-TV Fans dürfte die Bar bereits ein Begriff sein: Nicht selten trifft man hier Kandidatinnen der Dating-Show Princess Charming zum gemeinsamen Public Viewing neuer Folgen, welche regelmäßig in der Bar ausgestrahlt werden. Der Standort in der Friesenstraße ist momentan zwecks Kernsanierung geschlossen, für den Übergang residiert die Boize Bar im The Cage, am Rathenauplatz.
Wo? Rathenauplatz 6 43, 50674 Köln
Cruisen im Pullermanns – Kölns älteste Schwulenbar
Wer das Pullermanns in der Mathiasstraße aufsucht, hat in der Regel andere Absichten, als dort einfach nur ein Kölsch zu trinken. Das kann man zwar auch, jedoch ist die Bar vor allem als legendärer Aufreißschuppen bekannt, in dem Fetische ausgelebt werden können. Je nach Wochentag gibt es verschiedene Fetisch-Themenschwerpunkte und wer sich im Fach-Jargon auskennt, weiß was mit der Veranstaltungsreihe „Golden Shower“, die jeden 1. und 3. Sonntag im Monat stattfindet, gemeint ist. Montags lautet der Dresscode übrigens ganz einfach: nackt.
Wo? Mathiasstraße 22, 50676 Köln
Chillen in der Asimmetric Bar
In der Venloer Straße, im ehemaligen Weltempfänger-Café, residiert seit 2024 die Asimmetric Bar – benannt nach dem Spitznamen ihres Beitreibers Assaf Eldar (Asi). Die Bar ist ein offener, kreativer Treffpunkt mit starkem queerfreundlichem Community-Vibe. Neben Drinks am violett leuchtenden Tresen gibt es regelmäßig Kulturprogramm mit DJs, Konzerten, Lesungen, Ausstellungen und Kneipenquiz. Beliebt ist auch der Lindy Hop Teadance, hier darf schon am Nachmittag geschwooft werden. Manche Partys richten sich nur an FLINTA, andere laufen unter dem Motto „Beer & Queer“, für alle gilt: Wer einen lebendigen, diversen Ort abseits klassischer Bars sucht, ist hier gut aufgehoben.
Wo? Venloer Str. 196, 50823 Köln
Cologne Pride – Weil Liebe Liebe ist

Die Kölner Innenstadt steht vom 19. Juni bis 5. Juli ganz im Zeichen der ColognePride. Bei der zweiwöchigen Veranstaltung wird nicht nur gefeiert, sondern auch viel gesellschaftliche und politische Aufklärungsarbeit geleistet. Insgesamt 60 Stunden Programm erwartet die Besucher*innen auf vier verschiedenen Bühnen: von Live-Musik über Showacts bis zu Diskussionsrunden. Drei Tage lang taucht zum Finale das größte Straßenfest Kölns die Altstadt in ein buntes Licht. Den Höhepunkt der ColognePride bildet die Christopher Street Day Parade, der als (in)offizieller, höchster Feiertag der queeren Community nicht nur Angehörige des Regenbogens auf die Straße lockt. Vielmehr findet mit der Pride Parade die größte CSD-Demonstration deutschlandweit statt. Dann bahnt sich ein Konvoi aus kreativ dekorierten Trucks, besetzt mit lauten Boxen und bunt verkleideten Demonstrant*innen seinen Weg über die Deutzer Brücke, hinein ins Herz der historischen Innenstadt. Begleitet werden die Wagen von feiernden Fußtruppen. Abends geht es dann meist feiernd weiter: ein großzügiges Aftershowprogramm lässt die Veranstaltung bis in die frühen Morgenstunden andauern.
2025 nahmen an der zweiwöchigen ColognePride insgesamt rund 1,1 Millionen Menschen teil. Passend dazu heißt 2026 das Motto: „Für Queerrechte – Viele. Gemeinsam. Stark!“
Mehr Infos zu Daten und Programm gibt es hier.
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