Start-up Köln: Sechs inspirierende Geschäftsideen, deren nachhaltigen Produkte unsere Welt ein bisschen grüner machen. Foto: Vytal

6 Start-ups aus Köln mit nachhaltigen Geschäftsideen 

Für viele junge Unternehmer*innen, die eine neue Firma, ein eigenes Label oder ein innovatives Produkt aus dem Boden stampfen wollen, ist Nachhaltigkeit mehr als ein Trend. Sustainability ist der Eckpfeiler ihres ökonomischen Handels. Laut der Studie Green Start-up Monitor ist der Anteil an grünen Start-ups im Jahr 2022 deutlich gestiegen und liegt nun bei 35 Prozent. Auch in Köln gibt es immer mehr zukunftsträchtige Neugründungen, die Umwelt- und Klimaschutz voranbringen. Von klimafreundlichen Weinen bis hin zu Taschen aus Schrott: Diese sechs Start-ups aus Köln machen unsere Welt nachhaltiger. 

abgefüllt.

Zwei Weinflaschen von abgefüllt werden in einer Hand gehalten
Nachhaltiger Tropfen: Das Start-up abgefüllt. serviert klimafreundliche Rebsorten in Mehrwegflaschen. Foto: abgefüllt.

Silja Mende-Kamps und Leonie Berents sehen sich selbst als „Rebolutionärinnen“ – einem Wortspiel aus „Rebe“ und „Revolution“. Die beiden sind die Gründerinnen von abgefüllt.. Ihr Konzept: Mit klimafreundlichen Weinen, sogenannten Pioneer Wines, wollen sie das Bewusstsein der Konsument*innen schärfen und unsere Verantwortung für den Klimawandel greifbar machen. Seit vergangenem Jahr bieten die Kölnerinnen pestizidfreie Weine in Mehrwegflaschen an, den man entweder online im eigenen Shop oder in einigen Locations aus der Kölner Bar- und Gastroszene erwerben kann, beispielsweise in der Suderman Bar, im hurra oder in Giovannas Kaffeeladen. Zudem findet man die Pioneer Wines auf eventbasierten Märkten wie dem Grünen Markt, der Kleiderei oder bei Events des nachhaltigen Fußballvereins Vorwärts SPOHO.

Nach eigener Aussage stellen die Pioneer Wines von abgefüllt. derzeit die beste Ökobilanz in der Weinwirtschaft. Denn es soll bei abgefüllt. eben nicht nur um Wein gehen, sondern darum, den Wein zu nutzen, um für ethische und ökologische Themen einzustehen: „Unsere Arbeit zielt darauf ab, Unternehmen in die Verantwortung zu nehmen, ihren klimapolitischen und gesellschaftlichen Zielen nachzukommen“, erklärt Leonie. Für das Kölner Start-up bedeute das auch viel Beratungsarbeit und Wissensvermittlung, sowohl auf Seiten der Kund*innen als auch der Partner*innen, die ebenfalls nachhaltige Geschäftsmodelle verfolgen. So bekommt man bei abgefüllt. gesellschaftliches Engagement in Mehrwegflaschen.

Airpaq

Grauer Rucksack von Airpaq
Das nachhaltige Start-up aus Köln Airpaq stellt Rucksäcke und andere Accessoires aus Autoteilen her. Foto: Airpaq

Was für ein Schrottladen! – so lautet das Motto des Upcycling-Accesoires-Labels Airpaq. Das Start-up aus Köln stellt Rucksäcke aus Schrott her, genauer gesagt aus Autoschrott. Alte Airbags, Sitzgurte und Gurtschlösser werden mit minimalistischem Design kombiniert und daraus nicht nur robuste, sondern auch ziemlich schicke und hochwertige Rucksäcke, Bauchtaschen, Turnbeutel und andere Accessoires hergestellt. 

Airpaq wurde 2017 von Michael Widmann und Adrian Goosses mit dem Ziel gegründet, langlebige und hochwertige Upcycling-Produkte zu fairen Preisen anzubieten. Zwischen 100 bis 200 Euro bezahlt man im Onlineshop für einen Rucksack. „Unser Hit? Definitiv der Rucksack Rolltop, hergestellt aus Autoteilen“, verrät Adrian. Wem das nicht individuell genug ist, kann dem 3D-Konfigurator auf der Website, einen eigenen Rucksack gestalten. 

feelfood

Frau mit lila Pulli isst Fertiggericht von feel food
Schnelles Essen neu gedacht: feelfood liefert uns gesunde, pflanzenbasierte Fertiggerichte. Foto: feel food

Sich am Arbeitsplatz ausgewogen zu ernähren, ist gar nicht so einfach: 64 Prozent der Berufstätigen halten Zeitmangel für den Hauptgrund ihrer ungesunden Ernährungsweise. Im hektischen Arbeitsalltag reicht es in der Mittagspause meist nur für Fast-Food beim nächsten Imbiss oder eine Fertigmahlzeit. Fabian Zbinden und Franziska Schaal haben aus der Not eine Tugend gemacht und 2020 feelfood gegründet: das Start-up aus Köln hat sich zur Aufgabe gemacht, Vielbeschäftigten eine schnelle und schmackhafte Lösung für die Mittagspause zu bieten. Und zwar mit Instant-Gerichten, die nicht nur bio, vegan und ohne Konservierungsstoffe zubereitet werden, sondern auch wie selbstgekocht schmecken.

Gesund, natürlich und in nur 6 Minuten fertig: Vier verschiedene Lunchgerichte bietet feelfood mittlerweile an, darunter Yellow Thai Curry und Red Lentil Dal. Zu den Bestsellern gehört aber die Pasta Bolo Vegan: „Das liegt vermutlich daran, dass es ein Gericht ist, das einfach jeder kennt und liebt. Bei uns dann nur eben rein pflanzlich, in Bioqualität und ohne Aufwand“, erklärt Gründerin Franziska. Bei wem es auch morgens schon schnell gehen muss, kann auf die proteinreichen Breakfast Drinks zurückgreifen. Die schmecken wie klassisches Porridge, nur eben aus der Tüte, und enthalten darüber hinaus auch wichtige Mineralstoffe und ungesättigte Fettsäuren. Alle Gerichte und Breakfast Drinks gibt es im feelfood-Store und in einigen REWE und EDEKA-Märkten in Köln.

Naughty Nuts 

Benjamin Porten (l.) und Lorenz Greiner von Naughty Nuts in einer Küche
Die beiden Foodies Benjamin Porten (l.) und Lorenz Greiner gründeten 2020 ihr Start-up Naughty Nuts und versorgen uns seitdem mit nachhaltigem Nussmus. Foto: Naughty Nuts

Für Fans von Erdnussbutter war 2019 vermutlich ein dunkles Jahr. Denn wir steckten mitten in der Erdnussbutterkrise: Die Nussmusregale der hiesigen Supermärkte waren leergefegt und Aussicht auf neue Lieferungen aus den USA gab es erstmal nicht. Doch warum gibt es eigentlich keine deutschen Erdnussbutter-Produzenten? Das fragten sich auch Benjamin Porten und Lorenz Greiner und gründeten 2020 das nachhaltige Start-up Naughty Nuts. Seitdem erobern die beiden Kölner den Nussmus-Markt ganz ohne Schnickschnack. Das heißt: Alle Zutaten sind bio und auf den Zusatz von Zucker, Palmöl und Molkepulver wird verzichtet. Außerdem sind alle Produkte bei Naughty Nuts komplett vegan. 

Neben klassischem Erdnussmus werden köstliche Kreationen wir Salted Caramel oder Cinnamon Roll angeboten – perfekt als Topping für Obst oder Porridges. Zu den Bestellern bei Naughty Nuts gehört aber definitiv das Haselnussmus Choco Crush: dieser schmeckt intensiv nussig und ist dank der Kombination von Kakao und Datteln natürlich süß. 

Vytal

Eine Frau übergibt einer anderen Frau 2 Mehrwegbehälter
Ob für Kaffee, Bowls, Pizza oder Burger: Das Kölner Start-up Vytal bietet pfandfreie Mehrwegbehälter für Speisen und Getränke an. Foto: Vytal

Wusstest du, dass jede*r Deutsche etwa 1,3 Kilo Verpackungsmüll pro Tag verursacht? „Was für eine Ressourcenverschwendung!“, dachten sich Sven Witthoeft und Tim Breker. 2019 gründeten die beiden ihr das Start-up Vytal. Die Idee: Mit einem digitalen Mehrwegsystem soll der große Berg an Verpackungsmüll, der beim To Go-Essen und bei Lieferdiensten entsteht, vermieden werden. Die Konsument*innen können die Mehrwegbehälter von Vytal bei teilnehmenden Restaurants ausleihen und sie wieder zurückbringen, wenn sie nicht mehr gebraucht werden – gratis. Bezahlen muss nur, wer die Rückgabefrist überschreitet – ähnlich wie bei Büchern aus der Bibliothek. 

Dem Start-up aus Köln ist es mittlerweile gelungen, über 6.500 Restaurants, Kantinen und Lebensmittelhändler für ihr Mehrwegsystem zu gewinnen. Alles, was man braucht, um mitzumachen, ist die Vytal-App. Hier kann man die Behälter scannen, ausleihen und wiederzurückgeben. Zudem kann jeder User in der App einsehen, wie viele Einwegverpackungen er oder sie schon gespart hat. 

Hydrofarms

Salatkopf wird in einer Hand gehalten.
Hydrofarms will der Landwirtschaft im Kölner Raum ein Update verpassen. Foto: Hydrofarms

Das junge Start-up Hydrofarms hat sich zum Ziel gesetzt, das ganze Jahr über frische Salat, Kräuter und andere Gemüsesorten mitten in Köln anzubauen. Auf über 300qm will das Team, das derzeit aus acht Leuten besteht, Kölns erste Vertical Farm aufziehen. Das bedeutet: Alle Pflanzen werden vertikal angebaut und mit dem Konzept der Hydroponik versorgt. Bei dem Hydroponik-Rohrsystem hängen die Wurzeln der Pflanzen nicht in der Erde, sondern in einer Nährstofflösung. So werden die Pflanzen nicht nur optimal versorgt, sondern wachsen auch schneller: Laut Angaben des Start-ups können so monatlich rund sieben Tonnen Minze, Dill und Salat in Köln produziert werden kann. 

Die Hydroponik-Methode bringt gegenüber herkömmlichem Gemüseanbau einige Vorteile mit sich: So kann dank der Regalsysteme jede Menge Platz eingespart werden. Und da die Pflanzen nicht jeden Tag gegossen werden müssen, wird rund 90 Prozent weniger Wasser verbraucht. Zudem ist das Start-up nicht abhängig vom Wetter und kann das Jahr über regional anbauen. So sollen die Kölner*innen in Zukunft kostengünstig und kontinuierlich mit frischem Salat und diversen Kräutern versorgt werden.  

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