Jazzclubs und Live-Spots in Köln
Weltweit bekannt: Papa Joe’s Jazzlokal „Em Streckstrump“

Jeden Abend Livemusik, Kölsch auf dem Tisch und eine Einrichtung, die selbst schon ein Erlebnis ist: Das Jazzlokal „Em Streckstrump“ ist weit über die Grenzen Deutschlands bekannt. Seit der Gründung 1974 gingen mehr als 20.000 Konzerte über die Bühne, von internationalen Acts bis zu Kölner Lokalgrößen. Bis zu seinem Tod saß der Kölner Josef Wilhelm „Papa Joe“ Buschmann oft selbst am Klavier, inzwischen führen die Söhne das Erbe fort. Das Programm reicht von Dixieland, Swing und traditionellem Jazz über Blues und kölschen Jazz bis zu Soul, Funk, Latin und Rock ’n’ Roll.
Und auch in Papa Joe’s Biersalon Klimperkasten (Alter Markt 50-52) wird gejazzt: Neben Chanson, Kabarett oder Drag-Bingoshows steigt hier auch mal Papa Joe’s Jazz Sunday.
tägl. ab 19 Uhr, Livemusik Mo-Sa 20.30 bis 0.30 Uhr, So 20 bis 0 Uhr
Eintritt frei
Buttermarkt 37, Köln
Jazzkneipe Metronom: Die Pinte für Jazz
Keine Playlist, kein Algorithmus: Im Metronom kommt die Musik noch von der Platte. Zwischen Kölsch, Guinness und einer riesigen Vinylsammlung fühlt sich die kleine Jazzkneipe in der Weyerstraße angenehm aus der Zeit gefallen an. Fridolin Doetsch eröffnete sie 1968 am Zülpicher Platz und zog 1981 mit ihr um, in die Weyerstraße. Der heutige Betreiber, Mike Menger, ist wohl der einzige, der sich in der gigantischen Plattensammlung auskennt. Nach wie vor verzichtet das Barpersonal auf Musikstreamingdienste, zum kalten Kölsch oder Guinness gibt es den warmen Klang von Vinyl.
Dienstag bis Sonntag ab 20 Uhr
Weyerstraße 59, 50676 Köln
Loft: Experimenteller Jazz in Ehrenfeld
Wer wissen will, wohin sich Jazz gerade bewegt, landet früher oder später im Loft. In Ehrenfeld treffen experimentelle Projekte auf junge Talente und internationale Musiker*innen – häufig weit jenseits klassischer Jazz-Konventionen. Seit 1989 gibt es am Standort in Ehrenfeld ein regelmäßiges Konzertprogramm. Viele bekannte Kölner Jazzmusiker*innen haben hier ihre ersten Schritte gemacht.
Fasia-Jansen-Str. 30
50823 Köln
King Georg: Jazzclub mit Wohnzimmergefühl
Im King Georg am Ebertplatz rückt Jazz seit 2019 ganz nah ans Publikum. Der Club am Ebertplatz verbindet intime Atmosphäre mit einem vielseitigen Programm – von klassischem Jazz über neue Talente bis hin zu experimentellen Sounds. Die Bühne liegt so nah am Publikum, dass Konzertabende hier besonders unmittelbar wirken. Die Liebe zur Musik spiegelt sich hier auch im Interieur: Hinter der Theke kleben so viele Plattencover, dass man die Tapete darunter nur noch erahnen kann.
Di-Do 19-1 Uhr, Fr u. Sa 21-3 Uhr – an veranstaltungsfreien Tagen, ansonsten zur Einlasszeit
Sudermanstr. 2, 50670 Köln
Stadtgarten Köln: Hotspot für alle Jazz- und Impro-Fans
Konzertsaal, Club, Biergarten und Open-Air-Space: Der Stadtgarten ist weniger eine einzelne Location als ein kleines Musikuniversum mitten in Köln – direkt an der gleichnamigen Grünanlage. Mehr als 400 Veranstaltungen pro Jahr bringen Jazz, improvisierte Musik und aktuelle Sounds auf die verschiedenen Bühnen.
Die Initiative Kölner Jazz Haus e. V., ein 1978 gegründeter Zusammenschluss Kölner Musiker*innen, übernahm das Gelände 1985 und eröffnete hier im folgenden Jahr den neu gebauten Konzertsaal. Heute zählt der Stadtgarten zu den international anerkannten Spielstätten für Jazz, improvisierte und aktuelle Musik. Zum Haus gehören neben dem Konzertsaal der Club JAKI, das Restaurant mit Biergarten und der 2020 hinzugekommene Open-Air-Konzertraum Green Room. Seit 2018 trägt der Stadtgarten den Titel „Europäisches Zentrum für Jazz und Aktuelle Musik“. Regelmäßig wird Künstlerinnen und Künstlern bei „Jazz at Green Room“ oder „Jazz at JAKI“ eine Bühne geboten.
Venloer Str. 40, 50672 Köln
Festivals für Jazzfans
Cologne Jazzweek: Ein Festival für die Jazzstadt

Eine Woche, mehr als 50 Konzerte und über 20 Bühnen: Während der Cologne Jazzweek wird die ganze Stadt zum Jazz-Parcours. Kölns Jazzszene ist genauso groß wie vielfältig – und international bestens vernetzt. Das Festival bringt Kölner Musiker*innen mit nationalen und internationalen Künstler*innen zusammen und hat sich seit dem Start 2021 fest im Jazzkalender etabliert.
2026 geht das Festival in seine 6. Ausgabe: Vom 5. bis 11. September stehen mehr als 50 Konzerte auf über 20 Bühnen in Köln auf dem Programm. Mit dabei sind unter anderem Avishai Cohen, keiyaA, Sam Gendel, Sam Amidon und Kalia Vandever.
Wann? 5. bis 11. September 2026
Festivalticket: 140 bis 180 Euro
Tagestickets: ab 23 Euro
European Jazz Conference: Internationale Jazzszene zu Gast in Köln
Ende September kommt zusätzlich internationales Jazz-Publikum nach Köln: Die European Jazz Conference findet 2026 erstmals in Deutschland statt. Spannend für alle ohne Branchenbadge ist vor allem das öffentliche Showcase-Festival. 3 Tage lang präsentieren sich aktuelle deutsche Jazz-Acts unter anderem im Stadtgarten, im LOFT und in den Sartory Sälen.
KLAENGrecords und ihr KLAENG Festival

Jazz selbst organisieren, veröffentlichen und neu denken: Dafür steht das KLAENG Jazzkollektiv. Es wurde 2009 gegründet und rief 2010 das KLAENG Festival ins Leben, seit 2013 ergänzt SummerKLAENG das Programm unter freiem Himmel. 2014 gründeten die Musiker*innen mit KLAENGrecords zudem ihr eigenes Label. Es bietet vor allem jungen Kölner Künstler*innen eine Plattform, um ihre Musik mit großer gestalterischer Freiheit zu veröffentlichen. Heute gehören Robert Landfermann, Tobias Hoffmann, Jonas Burgwinkel und Sebastian Gille zum Kern des Kollektivs. Das nächste KLAENG Festival findet vom 20. bis 22. November 2026 im Kölner Stadtgarten statt.
Kölner Jazz-Größen
Karolina Strassmayer: Die erste Frau in der WDR Big Band
Die österreichische Altsaxofonistin Karolina Strassmayer gehört seit 2004 zur WDR Big Band und war das erste weibliche Mitglied des Ensembles. Im selben Jahr landete sie im Readers Poll des renommierten Jazzmagazins DownBeat unter den 5 besten Altsaxofonist*innen – eine Platzierung, die sie 2005 wiederholte. Zuvor war Strassmayer mehr als 15 Jahre Teil der New Yorker Jazzszene. Gemeinsam mit ihrem Ehemann, dem Schlagzeuger Drori Mondlak, leitet sie das Quartett KLARO!, für das sie auch komponiert.

Georg Ruby: Ein Kölner Jazz-Urgestein
Ohne Georg Ruby sähe die Kölner Jazzlandschaft vermutlich anders aus. Der Pianist und Komponist gehörte 1978 zu den Mitgründern der Kölner Jazz-Haus-Initiative, aus deren Umfeld später der Stadtgarten hervorging. Bis heute veröffentlicht er Musik und engagiert sich für die Szene. 1984 war Ruby zudem an der Gründung des „Ersten Kölner Weltorchesters“ beteiligt. Neben seiner Arbeit als Solopianist und in kleineren Formationen leitete er zahlreiche Jazzorchester und engagierte sich über Jahrzehnte in der Nachwuchsförderung. Von 1994 bis 2019 lehrte er an der Hochschule für Musik Saar. Bis heute ist er künstlerisch aktiv und verantwortet das Kölner Label JazzHausMusik. 2025 erschien mit „Soliloquies“ sein jüngstes Soloalbum. Ruby lebt zwar inzwischen in der Südeifel, prägt aber die Kölner Jazzszene bis heute und ist immer noch Mitglied der Jazz-Haus-Initiative.
Ariane Jacobi: Jazz made in Köln
Die gebürtige Kölnerin Ariane Jacobi ist bereits seit 1982 als Jazzsängerin aktiv und leitet seit 1996 ihr eigenes Ensemble. Bekannt ist sie außerdem als Moderatorin und Sprecherin: Für den WDR moderierte sie unter anderem Radioformate wie „Jazz twenty 5“ und „Schellackschätzchen“. Sie interpretiert Jazzstandards und bringt bei Konzerten auch eigene Kompositionen auf die Bühne.
Angelika Niescier: Saxofon mit internationalem Format
Angelika Niescier gehört zu den Musikerinnen, die Jazz konsequent weiterdenken. Die Saxofonistin verbindet komplexe Kompositionen mit freier Improvisation und arbeitet regelmäßig mit internationalen Artists. 2023 wurde sie mit dem WDR Jazzpreis ausgezeichnet.
Pablo Held: Kölner Jazz am Klavier
Pablo Held gehört zu den international bekannten Jazzpianisten der Kölner Szene. Mit seinem Trio und zahlreichen weiteren Projekten ist er seit vielen Jahren auf internationalen Bühnen unterwegs. Gleichzeitig ist er eng mit dem Kölner Jazz verbunden und prägt ihn als Musiker, Kurator und Hochschuldozent.
Rebekka Salomea: Jazz trifft R&B und Hip-Hop
Rebekka Salomea steht für eine junge, genreoffene Generation der Kölner Jazzszene. Mit ihrer Band SALOMEA verbindet die Sängerin Jazz mit R&B, Hip-Hop und elektronischer Musik. So zeigt sie, wie selbstverständlich sich Jazz in Köln heute mit anderen musikalischen Welten verbindet. 2026 wurde sie mit dem Deutschen Jazzpreis als ‚Künstlerin des Jahres‘ ausgezeichnet.




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