Ein „Co-Working-Space für Menschen, die mit den Händen arbeiten“ – so beschreibt Geschäftsführer und Mitgründer Frank Zumbruch das Machwerkhaus. Schon beim Betreten des alten Industriegebäudes wird klar: Dieser Ort ist in Bewegung. Stimmen und Geräusche von Werkzeugen füllen die hohen Räume des ehemaligen Technikhofs. Stillstand gibt es hier nicht – das Machwerkhaus steht für gelebte Transformation.
Fürs Machen gemacht: Handarbeit auf 20.000 Quadratmetern
Interior Design, Handwerk und urbane Produktion: Wo früher Maschinen ratterten, arbeiten heute über 400 kreative Köpfe auf 20.000 Quadratmetern zusammen – in Ateliers, Werkstätten oder den Büros des Coworkingbereichs.
„Wir sind eine sehr heterogene Mieterschaft vor Ort“, sagt Leiter und Kurator Thiemo Klein. Allen Machwerker*innen gemein ist die Liebe zum handwerklichen Detail, der schonende Umgang mit Ressourcen und die Freude an Innovation.
Lampen, Camper, Einzelstücke: 5 Machwerker*innen im Porträt
In den Werkstätten und Ateliers treffen im ehemaligen Industriestandort aus den 30er-Jahren Handwerk, Design und kreative Lösungen aufeinander. 3 Macher*innen zeigen die Bandbreite auf, die sich im Machwerkhaus angesiedelt haben.
Licht, das Räume verändert: Buschfeld
Die Manufaktur Buschfeld weiß, wie sich Licht als Teil der Architektur einsetzen lässt, um gezielt Akzente zu setzen. Mit Fokus auf Ausstellungskontexten werden im Machwerkhaus modulare und digitale Lichtkonzepte entwickelt – unter anderem für das Museum für Angewandte Kunst in Köln.
„Licht ist die 4. Dimension der Architektur“, sagt Stephan Blass, Leiter des Unternehmens. „Es ist formbar und verschmilzt mit der Architektur, macht sie erst sichtbar.“ Nach Voranmeldung können Interessierte die Manufaktur im Machwerkhaus besuchen und die Wirkung der Lichtschienen und Leuchten erleben.
Maßgeschneiderte Design-Unikate: Liebe + Schön
„Mit Liebe wird es schön!“ – so erklärt Alexander Meier das Prinzip seiner Werkstätten für Interieur und Baukunst. Unter dem Namen Liebe + Schön entwirft das Handwerksunternehmen im Machwerkhaus Einzelstücke aus Holz, Metall oder Stein, etwa in der Tischlerei oder in der Kunstschlosserei.
Vom Couchtisch bis zum Treppengeländer: Hier entstehen handgefertigte Möbel, Raumkonzepte und architektonische Details. Alexander Meier war einer der ersten Machwerker. Er studierte Maschinenbau und freie Kunst. Die Kombi klingt erst einmal skurril. Fragt man ihn, als was er sich vor allem sieht, ist die Antwort klar: „Als Bildhauer.“
Higtech fürs Van-Life: Campertechnik von Finbus
Hocheffiziente Solarmodule, Frischwasserfilter und eine Diesel-Luftstandheizung plus Warmwasserboiler verwandeln einen Van in ein mobiles Zuhause, in dem man autark leben und unterwegs sein kann.
Die Idee zu Finbus entstand, als Maximilian Lichter einen VW T3 zum Camper ausbaute. Vor der Gründung von Finbus arbeitete er als Produktionsleiter in einer kleinen Camper-Manufaktur. Doch: „Da draußen fahren so viele Camper auf den Straßen, da braucht es keine neuen“, befand Max und machte sich selbstständig. Es ging ihm nicht um Designfragen, sondern um das technische Innenleben.
DIY-Workshops im Naturfärbe-Atelier: Cosmaki
Zu den Machwerker*innen zählt auch das Team vom Naturfärbe-Atelier Cosmaki, in dem sich alles um kreislauffähige Produktion dreht. Pflanzen und Reststoffe aus der lokalen Gastronomie werden hier zu Farben verarbeitet, ausgediente Hotelhandtücher werden weiterverwertet. Besucher*innen des Machwerkhaus können sich für DIY-Workshops anmelden, und den Prozess live erleben.
Leder aus Pilzen: Das Labor der Gestaltung
Ergänzt wird die Mieterschaft im Machwerkhaus auch durch das Labor der Gestaltung von Moritz Plöns, Materialforscher und Industriedesigner mit dem Schwerpunkt Objektdesign. Im Labor wird vor allem mit Myzel-Materialien gearbeitet, also zum Beispiel mit „Leder“ aus Pilz.
Wenn die Werkstatttüren aufgehen: die Machwerkschau 2026
Wenn du jetzt Lust bekommen hast, die Kreativwerkstätten, Designer-Pieces und Köpfe hinter den Visionen näher kennenzulernen, pack den Kalender aus. Ende Oktober 2026 findet zum 5. Mal die Machwerkschau statt – dieses Jahr im Rahmen der Design Season Cologne, einem einwöchigen Design-Festival in Köln.
Design Season Cologne
- 26. bis 31. Oktober 2026
- freier Eintritt
- Festival in der ganzen Stadt, unter anderem im Machwerkhaus
- Fokus: Design, Architektur, Marken
- Programm
Ein Begegnungsort im „Industrial“-Style: 3 Termine, die neugierig machen.
Termin Nummer 1: Gute Musik und kalte Getränke gibt’s Freitagabend: Die Machwerkschau lädt am 30.10. zur Feierei ein. Netzwerken, Inspiration sammeln und über neue Visionen diskutieren – der Eintritt ist frei, aber man muss sich anmelden.
Termin Nummer 2: Die Sonderschau PROTOTYP am 26.10. ab 18 Uhr: Produktdesigner Thomas Schnur macht im Machwerkdepot den Gestaltungsprozess von der Idee bis zum Produkt sichtbar. Der Weg ist hier das Ziel.
Termin Nummer 3: Das Format „wandellust“ lädt zu Tisch: Gemeinsam wird gekocht, gequatscht und ganz nebenbei über die ganz großen Fragen der Gegenwart und Zukunft sinniert. Bei der Premiere am 27.10. sitzt Wissenschaftlerin Maja Göpel mit am Tisch. Die Teilnahme kostet rund 200 Euro, beinhaltet aber ein 9-Gänge-Menü.
Machwerkschau 2026
- Offene Werkstätten und Ateliers
- 26. bis 31. Oktober
- Größtenteils freier Eintritt ohne Anmeldung
- Dillenburger Str. 71–97, 51105 Köln
- Fokus: Design, Handwerk, Zukunft
- Programm
Der Kölner Herbst steht im Zeichen des Designs: zum 2. Mal findet parallel zur Orgatec-Messe die interior design days (idd) cologne statt – ein Format der Koelnmesse. Das Event ist auf verschiedene Locations in der ganzen Stadt verteilt – auch im Machwerkhaus. „Urban only“ lautet die Devise.
idd cologne 2026
- Design-Messe
- 27. bis 31. Oktober
- Freier Eintritt
- Machwerkhaus, Design Post Köln, WallStudio Cologne
- Fokus: Interior Design
- Programm
„Der Designstandort Köln wird sich im Herbst im gesamten Stadtgebiet in all seinen Facetten präsentieren“, verspricht Kurator Thiemo Klein. „Das Machwerkhaus Köln vertritt dabei als Host und Veranstaltungsort den Kölner Osten und macht den Stadtteil Kalk zu einem der Highlights des Design-Events.“
Also ab nach Kalk. Vielleicht gibt es am Ende auch Souvenirs für zu Hause … Und ziemlich sicher viele neue Ideen im Kopf!


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