Prachtvolle Altbaufassaden mit Stuckverzierungen, Straßenszene bei Sonnenschein und blauem Himmel.
Fast zu schön, um wahr zu sein: Das Belgische Viertel überzeugt auf ganzer Linie – mit Streetart, Coffee-Places und süßen Boutiquen. Foto: IMAGO / CHROMORANGE

Belgisches Viertel: Das Veedel der unbegrenzten Möglichkeiten

In jeder Stadt gibt es ein Viertel, das fast zu schön ist, um wahr zu sein. In Köln ist es das Belgische Viertel. Wir machen einen Streifzug.

Entspannte Leute, unzählige Läden und Cafés, die vielleicht hübschesten Gründerzeithäuser der Innenstadt, viele von ihnen denkmalgeschützt – das ist das Belgische Viertel. Es lohnt sich, alle Straßen des überschaubaren Veedels einmal entlangzuspazieren. So entdeckt man auch jede Menge Streetart-Spots. Kein Wunder, dass das Belgische Viertel seit Jahren zu den beliebtesten Wohn- und Ausgehvierteln der Stadt gehört.

People Watching und Breakfast Bowls

First things first: Wenn wir den ganzen Tag unterwegs sind, brauchen wir eine stabile Basis – und guten Kaffee! Wenn uns der Sinn nach einem ausgedehnten Frühstück oder Lunch steht, dann steuern wir das „Adeli“ an (Venloer Straße 19). Hier haben wir die Wahl zwischen Dutzenden Bagel-Variationen und ausgefallenen Bowls – und außerdem einen wunderbaren Blick auf die lebhafte Venloer Straße.

Den ganzen Tag frühstücken können wir im „Café Caprista“, das einen mit seinem farbenfroh-mediterranen Ambiente und der dekadenten Speisekarte sofort in Urlaubsstimmung versetzt. Probiert unbedingt den Strawberry French Toast und das Egg Drop Sandwich! Oder wir gehen ins hippe „GuMo“, wo man von morgens bis abends Focaccia, Açaí-Bowls und Porridge bekommt, im Außenbereich in der Sonne sitzen und dem Gewusel auf dem Friesenplatz zusehen kann (Limburger Straße 39).

Shoppen und schlendern im Belgischen Viertel

Anschließend lassen wir uns über die Brüsseler Straße treiben, die längste Straße des Veedels. Hier herrscht immer Betrieb, aber hektisch wird es trotzdem nicht. Die Atmosphäre ist eher verträumt, niemand scheint es besonders eilig zu haben – wahrscheinlich, weil die Schaufenster der Blumenläden, Cafés und kleinen Boutiquen jede*n in ihren Bann ziehen.

Kreativ gestaltete Ladenfassade „Siebter Himmel“ mit bunten Postkartenständern vor dem Eingang.
Der Name ist kein Zufall: Hier werden sich Bücherfans wie im siebten Himmel fühlen! Foto: Tabea Sörgel

Der „Siebte Himmel“ kombiniert gut kuratierte Schreibwaren, Magazine und Bücher mit Design, und das in gleich zwei benachbarten Shops (Brüsseler Straße 65 & 67), und bei „Fairfitters“ (Brüsseler Straße 77) gibt es nachhaltige Mode und Accessoires von angesagten Labels. Ein Geheimtipp für alle, die mit dem Auto anreisen: Vom Oberdeck des Parkhauses in der Maastrichter Straße hat man einen großartigen Blick über die Stadt!

Modernes Ladengeschäft mit großen Glasfronten, bunten Auslagen und auffälliger Schaufensterbeschriftung.
Hip, trendy, bunt: Das „Schee“ hat alles, was das Interior-Herz begehrt. Foto: Tabea Sörgel

Ein paar Schritte weiter findet ihr im „Schee“ Keramik, Interior Design und Siebdrucke in Kleinauflagen (Maastrichter Str. 36 & 40-44). Ihr steht auf handverlesene Secondhand-Klamotten aus den 1970ern bis 2000ern? Dann seid ihr bei „Vintage Emde“ in der Bismarckstraße 56 goldrichtig.

Ramen, Kimchi und Koffein-Kick

Shopping macht hungrig. Dann ab in die Izakaya-Bar „Daikan“, mit ihren Sushis, Ramen und japanischen Tapas eines der beliebtesten Lokale des Viertels (Maastrichter Straße 9). Kleiner Tipp: Abends und am Wochenende lieber reservieren!

Oder wir testen authentische koreanische Küche wie Mandu, Miso-Suppe und Kimchi-Pancakes im „Bibimbab“ (Brabanter Straße 50). Nach dem Essen noch einen Espresso und einen Brownie? Im „Woyton“ gibt es ausgezeichneten Kaffee und süße sowie salzige Snacks (Bismarckstraße 44/Ecke Brüsseler Straße). Der Coffeeshop mit den großen Fenstern und kleinem Freisitz liegt an einer Kreuzung, was ihm ein urbanes Insel-Feeling verleiht.

Spätschicht im Belgischen Viertel

Auch am Abend müssen wir das Belgische Viertel nicht verlassen. Fangen wir mit einem frisch gezapften Kölsch in der modernen, aber urgemütlichen Kneipe „Forelle Blau“ an (Bismarckstraße 44). Hier können wir bequem die Kölner*innen beobachten, die jetzt voller Vorfreude auf die Nacht durch die Straßen des Veedels ziehen. Vielleicht schließen wir uns ihnen an – und tanzen selbst die ganze Nacht durch.

In der „Barracuda Bar“ legen am Wochenende DJs aufauf, elektronische Musik und Cocktails gibt es jeden Abend (Bismarckstraße 44). Im kleinen, feinen „Club Zimmermanns“ am Stadtgarten wird Techno auf zwei Ebenen gespielt (Venloer Straße 39). Wenn uns der Sinn eher nach punkig angehauchter Pub-Atmosphäre steht, gehen wir auf einen Shot ins „Frieda“ (Antwerpener Straße 53). Benannt ist die Bar übrigens nach der Hündin der Betreiber*innen.

Drinks am Brüsseler Platz, wo bonbonfarbene Laternen leuchten

Nachtgasse mit bunten Lichterkugeln im Gebüsch, Fahrrädern und beleuchtetem Lokal.
Die bunten Laternen sorgen für eine einzigartige abendliche Atmosphäre am Brüsseler Platz. Foto: Tabea Sörgel

Oder wir gönnen uns erst feine indonesische Spezialitäten wie Gado Gado, Kare Sayur und Satay im „Bali“ und danach einen der wechselnden Longdrinks im „Rosa“, die auf Wunsch alle auch alkoholfrei zubereitet werden (Brüsseler Platz 1). Und während es langsam dunkel wird und die bunten Laternen vor der Kult-Cafébar „Hallmackenreuther“ aufleuchten wie bonbonfarbene Monde, staunen wir darüber, wie viel wir an einem einzigen Tag im Belgischen Viertel erlebt haben.

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