Galerie 30Works
In Köln gibt es Dutzende tolle Galerien - eine davon ist die 30works Galerie für für Pop-Art und Street-Art. Foto: 30works

Kunstszene Köln: Die angesagtesten Galerien, Projekte und Treffen

Die Domstadt hat Kunstgeschmack: Wunderbare Museen, eine gut vernetzte Galerienszene und eine der ältesten und wichtigsten Messen sind hier beheimatet. Ein kleiner Ausschnitt aus dem Kölner Kunst-Kosmos.

Save the dates: Art Cologne – DC Open Gallery – AIC ON

Als Kunstmarkt startete sie 1967, seit 1984 heißt die inzwischen internationale Veranstaltung Art Cologne und hat bis zu 200 Galerien aus aller Welt im Programm (16. bis 20. November 2022).

Art Cologne
Die Art Cologne ist eine der größten und wichtigsten Kunstmessen der Welt. 2022 findet sie wieder in der Halle 11 der Koelnmesse statt.
Foto: Koelnmesse GmbH/Thomas Klerx

Zum jährlichen Kunstwochenende DC Open Gallery (2. bis 4. September) laden 50 Galerien, Museen und Off-Spaces von Düsseldorf bis Köln.

Und: Viele freie Kunst- und Projekträume, Initiativen und Festivals haben sich zu der Plattform Art Initiatives Cologne (AIC) zusammengeschlossen und geben ganzjährig Einblicke in die Vielfalt der Kölner Kunstszene. Die AIC ON findet in diesem Jahr vom 10. bis 12. Juni statt.

artrmx/AZE: Wo Künstler*innen auf Gleichgesinnte treffen

Seit 2006 vernetzt der gemeinnützige Verein Artrmx Kunstschaffende aus den Bereichen Malerei, Video, Fotografie, Installation, Performance, Kunst im öffentlichen Raum und Neue Medien miteinander. Im Jahr 2013 ist mit dem Atelierzentrum Ehrenfeld (AZE) eine große Ausstellungsfläche hinzugekommen. In elf Ateliers arbeiten derzeit 17 Kreative zusammen.

Die jährlich stattfindende Gruppenausstellung „Gruppe 69“ zeigt die ­ansässigen Künstler*innen und ihre Arbeiten. Die nächste Ausstellung findet 2023 statt.

Der Verein ist außerdem Organisiator des Cityleaks-Festivals, das alle zwei Jahre stattfindet, nächstes Mal wieder 2023.

Atelierzentrum Ehrenfeld (AZE)
Im Atelierzentrum Ehrenfeld (AZE) arbeiten aktuell 17 Kreative zusammen. Foto: Ansgar Hiller

Internationales Flair im Kunstraum ECHO

Köln ist ein interessanter und dynamischer Kunstort – das finden auch fünf internationale Galeristen, die sich im vergangenen Jahr in den ehemaligen Räumen der Galerie Jan Kaps zum neuen Ausstellungsprojekt ECHO zusammengeschlossen haben: das Bureau aus New York, Hot Wheels aus Athen, LC Queisser aus Tiflis sowie Stereo und Wschód aus Warschau.

Hier zeigen sie ihre individuellen Programme und nehmen am lokalen Diskurs in Köln teil. Das Programm umfasst Einzelausstellungen von Kunstschaffenden der fünf Galerien sowie eine Reihe von Gruppenausstellungen. Für die diesjährige Art Cologne ist eine Gruppenausstellung geplant.

Roonstraße 108, 50674 Köln, Öffnungszeiten: Donnerstag bis Samstag 14 bis 18 Uhr

Ausstellungsprojekt ECHO
Das Ausstellungsprojekt ECHO, hinter dem fünf internationale Galeristen stehen, stellt auch auf der Art Cologne ihre Werke aus.
Foto: Koelnmesse GmbH/Oliver Wachenfeld

Abends im Belgischen Viertel – erst Showroom, dann feiern

Den ganzen Tag in Galerien verbracht und noch immer nicht genug? Kunstbegeisterte Kölnbesucher*innen sollten, bevor sie im Belgischen Viertel den Abend in einer der vielen Bars einläuten, einen Besuch bei der Kunstagentin Anne Scherer in der Maastrichter Straße einplanen. Sie hat sich auf zeitgenössische und urbane Kunst aus Europa spezialisiert und öffnet, nur nach Anmeldung, ihren Showroom für Interes­sierte. Der Pop-Künstler Jim ­Avignon ist häufig Gast in ihren Räumen. 

Maastrichter Str. 10 | EG 007, 50672 Köln

Salon Schmitz
Der Salon Schmitz in Köln ist Treffpunkt für Kunstfreunde aus aller Welt. Foto: Aleka Wollny

Für den Anschluss hat man am besten einen Tisch im Salon Schmitz reserviert. Im Loungebereich des Café-Restaurants sitzen Kunstfreunde stilvoll auf dänischen und deutschen Designklassikern der 1950er- und 1960er-Jahre. Nicht nur während der Art Cologne zeigt die Kunstgruppe, das sind Dirk und Trixi Mecky, im ­hinteren Saal eine Gruppenausstellung von bekannten wie unbekannten Kunstschaffenden.

Nachtschwärmer ziehen ein paar Straßen weiter Zum Scheuen Reh, wo ein Kulturprogramm mit Kurzfilmen, Lesungen, Ausstellungen und Konzerten wartet. An den Wochenenden wird hier bis vier Uhr morgens gefeiert.

Schlendern durchs Kreativviertel Ehrenfeld

Den besten Überblick über die ­kreative Vielfalt dieses Viertels bekommen Besucher*innen auf der Kunstroute Ehrenfeld. Jedes Jahr öffnen rund 60 Künstler*innen und Galerist*innen für zwei Tage ihre Räume, um einen Blick hinter die Kulissen zu bieten. In den vergangenen Jahren fand die Kunstroute pandemiebedingt virtuell statt.

Streetart Köln
Köln-Ehrenfeld ist das bunteste Viertel der Stadt – zumindest bezogen auf Streetart. Foto: Tim Ossege/Straßengold

Kein Viertel schmücken so viele Wandbilder wie Ehrenfeld. Einige davon sind bereits fest im Stadtbild verankert, wie der gehäutete Hase in der Senefelder Straße oder das Denkmal der Edelweißpiraten der Gruppe Captain Borderline, das an die Widerstandskämpfer im NS-Regime erinnert, die dort hingerichtet wurden. Oder das Wandbild „Matriarchy“ des ukrainischen Street-Artists Aleksei ­Bordusov aka AEC. Murals sind ja leider nicht von Dauer, was mitunter schade ist.

Wie kann man mehr über Street-Art in Köln erfahren? Das Projekt Straßengold, das im Zusammenhang mit dem „Cityleaks Urban Art Festival 2016“ entstand, bietet Orientierungshilfen und kuratiert immer wieder eigene Ausstellungen. 

Kölner Talentschmiede: Die Kunsthochschule für Medien

„Elektronisches Bauhaus“, „Experiment ohne Erfolgsgarantie“ oder „Talentschmiede“ – so redete man über die Kunsthochschule für Medien (KHM) in Köln. Als sich die ersten 25 Studierenden 1990 einschrieben, konnten die meisten Menschen nicht viel mit der Idee anfangen, dass Kunst auch ohne Papier und Pinsel, Holz, Bronze oder Stein geschaffen werden kann. 

Kunsthochschule für Medien in Köln
Studierende der Kunsthochschule für Medien in Köln präsentieren regelmäßig ihre Semesterarbeiten. Foto: Boxberg/KHM

Heute ist die KHM mit den Studiengängen „Mediale Künste“, „Kamera/Bildgestaltung“ und „Literarisches Schreiben“ eine Institution.

Die Studierenden und Alumni zeigen ihre Arbeiten regelmäßig, ein Blick auf die Website lohnt sich immer. Vom 13. bis 17. Juli laden sie mit Ausstellungen, Filmprogrammen, Lesungen und Performances zu ihrer Diplompräsentation, die in den verschiedenen Gebäuden der KHM entlang des Filzengrabens und im Filmforum im Museum Ludwig stattfindet.

Wo Außenseiter ihren Platz fanden: Moltkerei Werkstatt

Gegründet wurde die Moltkerei Werkstatt 1981 als Non-Profit-Institution für Künste, die nirgendwo so recht Platz fanden. Seit Anfang der 1990er-Jahre leitet Christian Merscheid diesen Kunstort, an dem sich Gattungen wie Installation, Performances, Video und Klanginstallation mischen. Offene Ateliertage geben dem Publikum Gelegenheit, am Schaffensprozess der Arbeiten teilzuhaben und mit den Kunstschaffenden zu diskutieren. Unter den Ausstellenden finden sich renommierte Kunstschaffende und Newcomer. Das Performance-Duo Abramovic & Ulay und die Videokünstlerin Bettina Gruber waren hier zu sehen, bevor sie etabliert waren.

Moltkerei Werkstatt
In der Moltkerei Werkstatt Köln mischen sich Installationen, Performances, Video und Klanginstallationen. Fivos Thedosakis, aber alles blieb unverändert,…, installation view, 2020, courtesy of the artist, Foto: Hans Diernberger

68elf – unabhängiger Kunstverein

Elf Kunstschaffende gründeten 1988 in der Kölner Bismarckstraße 68 einen unabhängigen Kunstverein: 68elf. „Wir wollten jungen, zeitgenössischen Künstlern Raum zum Produzieren und Ausstellen geben, für den sie nicht bezahlen müssen“, sagt Agii Gosse, die gemeinsam mit Christiane Rath Vorsitzende des Vereins ist. 68elf ist nicht nur in der Kölner Kunstszene gut vernetzt, er realisiert bundesweit ausgeschriebene Kunstprojekte. Seit 2020 ist er Gastgeber kleiner Ausstellungen im 68elf-Studio, die um gesellschaftlich relevante, sozialpolitsche und ästhetische Themen kreisen.

68elf
Der Kunstverein 68elf präsentiert regelmäßig kleine Ausstellungen im 68elf-Studio. Foto: Susanna Heider